News, 22.11.2019

Die europäische Glasverpackungs-industrie möchte mit «Close the Glass Loop» bis 2030 insgesamt 90 Prozent des Altglases in der EU sammeln und recyceln und so den Glaskreislauf schließen

Die europäische Glasverpackungsindustrie lanciert mit «Close the Glass Loop» ein wichtiges Stewardship-Programm zur Sammlung von Altglas zu Recyclingzwecken. EU-Ziel ist eine Rücklaufquote von 90 Prozent bis 2030. Die Maßnahme versteht sich als proaktive Reaktion auf die neuen EU-Vorschriften zur Erhöhung der Recyclingziele für Glasverpackungen auf 75 Prozent bis 2030.

Bereits heute werden über 76 Prozent der Glasverpackungen im europäischen Markt für ein Flasche-zu-Flasche-Recycling gesammelt. Damit spielt die EU in der Glaskreislaufwirtschaft schon jetzt in einer eigenen Liga (1).

Um das ambitionierte Ziel, EU-weit bis 2030 eine Sammelquote von 90 Prozent bei Glasverpackungen zu erreichen, haben die CEOs der Branche ein gemeinsames Programm namens «Close the Glass Loop» beschlossen. Dessen detaillierte Ausgestaltung mit Partnern aus der Wertschöpfungskette, mit denen derzeit über eine Kooperation verhandelt wird, ist für die nächsten Monate geplant. Die offizielle Einführung der Plattform soll im Juni 2020 stattfinden.

«Unser Ziel ist es, die Nachhaltigkeit von Glasverpackungslösungen, die wir unseren Kunden und Konsumenten anbieten, insgesamt weiter zu erhöhen», erklärt FEVE-Präsident Michel Giannuzzi. «Wir sind stolz darauf, die Brancheninitiative ‹Close the Glass Loop› ins Leben gerufen zu haben, die sowohl dem Markt als auch dem Planeten echte Vorteile bringt. Sie soll unser Handlungsaufruf zu einem ehrgeizigen Aktionsplan für die Glaskreislaufwirtschaft sein.»

Die Initiative vereinigt unterschiedliche Player aus dem Glassammel- und Recyclingkreislauf auf einer gemeinsamen europäischen Plattform. Diese verfolgt zwei Ziele, nämlich die Schließung der Sammellücke und die qualitative Verbesserung des Recyclingglases, damit die Ressourcen im Flasche-zu-Flasche-Kreislauf produktiv bleiben. Eine bessere Verfügbarkeit von hochwertigem Altglas bedeutet einen ressourceneffizienteren Produktionsprozess und sorgt zugleich für erstklassiges, sicheres und vollständig recyceltes Verpackungsmaterial.

Alles beginnt mit der Altglassammlung. Das Programm «Close the Glass Loop» fördert diese und bindet zahlreiche engagierte europäische und nationale Partner aus Gemeinden, glasverarbeitenden Betrieben und Industriekunden mit ein, darunter auch die Programme für eine erweiterte Herstellerverantwortung in allen EU-Mitgliedstaaten. «Um erfolgreich zu sein, müssen wir in jedem EU-Mitgliedstaat vor Ort aktiv werden, zugleich bewährte Praktiken austauschen und über eine europäische Plattform unsere Ambitionen anmelden. Wir glauben nicht an ein einheitliches europäisches Modell für die Altglassammlung, halten ein gemeinsames Ziel jedoch für umso wichtiger», betont Michel Giannuzzi.

«Dass wir die Grundlagen für ein so ambitioniertes Programm legen konnten, erfüllt uns mit Stolz. Es wird von den Mitgliedern einhellig unterstützt und passt hervorragend zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sowie zum Green Deal der neuen Europäischen Kommission», so Adeline Farrelly, FEVE-Generalsekretärin.

Die Herstellung von Verpackungen für Lebensmittel, Getränke sowie für die Pharma-, Parfümerie- und Kosmetikindustrie aus Glas, das unbeschränkt recycelbar, wiederverwertbar und haltbar ist, senkt den Verbrauch natürlicher Ressourcen, führt zu weniger Abfall und einem geringeren Energieverbrauch, was dem UN-Nachhaltigkeitsziel für verantwortungsvolles Konsumieren und Produzieren (SDG 12) entgegenkommt. Zugleich ermöglicht das Glasrecycling der Branche, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen drastisch zu senken, was im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsziel 13 «Handeln für den Klimaschutz» (2) steht.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Adeline Farrelly, FEVE-Generalsekretärin, die Ihnen jederzeit gerne weitere Informationen übermittelt, wie Sie bei «Close the Glass Loop» mitmachen können (3).

 

(1) Die neuesten FEVE-Daten zum Thema Recycling von Glasverpackungen finden Sie auf der FEVE-Website
(2) Weitere Informationen über das Engagement der Branche für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung erhalten Sie auf der FEVE-Website
(3) Nähere Angaben zum Programm «Close the Glass Loop» sind der FEVE-Website zu entnehmen

Über Glas

Glas wird aus Mineralien hergestellt, die in der Natur reichlich vorhanden sind – Sand, Soda, Recyclingglas und Kalk. Es ist zu 100 Prozent recycelbar und wird in einem einstufigen Prozess unter einem Dach hergestellt. Die meisten gesammelten Altglasflaschen und -behälter werden mehrfach zur Herstellung neuer lebensmittelechter Glasverpackungen in einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft verwendet. Jede Flasche und jedes Glas, aus der bzw. dem neue Glasverpackungen hergestellt werden, bedeutet auch, dass weniger Energie und Rohstoffe verwendet und weniger CO2-Emissionen verursacht werden. In der EU werden durch das Recycling von Glas alljährlich über 12 Millionen Tonnen Rohstoffe eingespart und die Emission von 7 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Das ist, als würde man 4 Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen. Pro 10 Prozent Altglas sparen wir 2,5 Prozent Energie und 5 Prozent CO2.

Über FEVE

FEVE, der Europäische Behälterglasverband, ist die Vereinigung der europäischen Hersteller von Verpackungslasbehältern und maschinell produziertem Tischgeschirr aus Glas. Die Verbandsmitglieder produzieren über 20 Millionen Tonnen Glas pro Jahr. Rund 60 Unternehmen sind darin vertreten, die etwa 20 unabhängigen Konzernen angehören. Die Herstellungsbetriebe befinden sich in 23 europäischen Staaten, und unter ihnen sind globale Bluechips und grosse Konzerne, die für die grössten Verbrauchermarken der Welt produzieren.

Über die Behälterglasindustrie

Die europäische Behälterglasindustrie bietet ihren europäischen und weltweiten Kunden eine breite Palette von Glasverpackungsprodukten für Lebensmittel und Getränke sowie Flakons für Parfümerie, Kosmetik und pharmazeutische Zwecke. Mit 160 Produktionsanlagen, die über ganz Europa verstreut liegen, leistet die Branche auch einen wichtigen Beitrag zur europäischen Realwirtschaft und sorgt direkt und indirekt für 125'000 Arbeitsplätze entlang der gesamten Lieferkette.