News, 23.04.2020

Glasverpackungen: erste Wahl für umweltbewusste Verbraucher

Während sich immer mehr Branchen, Unternehmen sowie Politikerinnen und Politiker entschlossen hinter Initiativen wie den Europäischen Grünen Deal und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung stellen, sind auch die Verbraucher in ganz Europa immer stärker bestrebt, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Die neuesten Zahlen der Glasindustrie zeigen, dass das Bewusstsein für Recycling und Umweltauswirkungen die täglichen Kaufentscheidungen zunehmend mitbestimmt.

Eine von Friends of Glass und dem Europäischen Behälterglasverband (FEVE) in Auftrag gegebene Verbraucherstudie, in deren Rahmen über 10’000 Verbraucher in 13 europäischen Ländern befragt wurden, ergab, dass heute mehr Glas gekauft wird als je zuvor: Die Hälfte der Verbraucher kauft heute mehr Produkte in Glasverpackungen als noch vor drei Jahren. In Österreich kaufen sogar 61 % der Verbraucher mehr Glasverpackungen als vor drei Jahren. Gleichzeitig würden 90 % aller Befragten Freunden und Familienmitgliedern Glas als das beste Verpackungsmaterial empfehlen – das entspricht einer Steigerung von 11 % gegenüber 2016. In Österreich zeigt sich dasselbe Bild: 90 % der Verbraucherinnen und Verbraucher würden Glas als das bessere Verpackungsmaterial empfehlen (2016: 84 %).

Diese Ergebnisse sind auf die hervorragende Recyclingfähigkeit von Glas und auf das wachsende Umweltbewusstsein der Verbraucher zurückzuführen: Dank einem ausgedehnten Netz lokaler Recyclingeinrichtungen, der Herstellung von Recyclingglas und der Zusammensetzung dieses Materials aus natürlichen Rohstoffen (Sand, Soda, Kalk) kann Glas in geschlossenen lokalen Kreislaufsystemen zu 100 % und unendlich oft wiederverwertet werden und ist daher stets eine wichtige Ressource für die Neuproduktion. Tatsächlich bevorzugen 40 % aller Verbraucher Glas aktiv gegenüber anderen Verpackungsmaterialien, weil sie diesem Material eine bessere Recyclingfähigkeit zuschreiben als jeder anderen Verpackung.

Für die Verbraucher ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor

Der Umfrage zufolge sind die Umweltauswirkungen von Verpackungen ein wichtiger Entscheidungsfaktor für den Kauf von Lebensmitteln und Getränken. Dabei zeigt sich die Mehrheit der Verbraucher (75 %) «sehr besorgt» über das Wegwerfen von Lebensmittelverpackungen, deren Reduzierung von jedem dritten Befragten als wichtigstes Anliegen genannt wird. Gleichzeitig geben 46 % der Europäerinnen und Europäer an, ihren Kunststoffverbrauch deutlich verringert zu haben, um die Verschmutzung der Umwelt zu reduzieren. In Österreich glauben 58 % der Personen, die ihren Verbrauch an Kunststoffverpackungen reduziert haben, dass Plastikgebinde mehr Verpackungsmüll verursachen.

Glas wird durchwegs als umweltfreundlichstes Verpackungsmaterial gesehen: Im Kampf gegen Umweltverschmutzung und ökologische Probleme erzielt Glas die besten Umfragewerte, vor allem in den Kategorien Vermeidung von Lebensmittelmüll (Glas wird von 43 % der Befragten als «klassenbestes Material» eingestuft), Vermeidung von Verpackungsmüll (43 % der Befragten) und Bekämpfung des Klimawandels (48 % der Befragten).

Die Ergebnisse belegen auch, dass die überwiegende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Glasverpackungen dem Recycling zuführt: 84 % der Europäer sammeln ihr Altglas getrennt für das Recycling, 80 % davon entsorgen Verschlüsse und Deckel wie vorgeschrieben getrennt. In Österreich liegt die Sammelquote bei 89 %. Örtliche Altglascontainer gelten in ganz Europa als die bequemste Entsorgungsmöglichkeit.

Annäherung an die Kreislaufwirtschaft – ein Schritt in die richtige Richtung

All diese Zahlen zeigen, dass sich Europa in die richtige Richtung hin zu einer Kreislaufwirtschaft und dem Erreichen wichtiger Nachhaltigkeitsziele bewegt, damit z. B. bis 2025 in allen europäischen Ländern eine reale Glasrecyclingquote von 70 % erreicht werden kann, die bis 2030 auf 75 % weiter erhöht wird. Zugleich verdeutlichen die Umfrageergebnisse, dass sich viele europäische Verbraucherinnen und Verbraucher einen besseren Zugang zu lokalen Altglascontainern und klarere Anleitungen für das Glasrecycling wünschen: Nur 50 % der Europäer, die ihr Glas recyceln, geben an, über klare Informationen zur korrekten Altglastrennung zu verfügen. Mehr als 30 % der Befragten hätten gerne einen Altglascontainer in ihrer näheren Umgebung.

Die Glasindustrie führt daher eine Initiative namens Close the Glass Loop ein – eine Industrieplattform, deren Ziel es ist, Menge und Qualität des Recyclingglases zu steigern. Ein umfangreiches Stewardship-Programm soll die Menge der gesammelten Altglases und des Bottle-to-Bottle-Recyclings deutlich erhöhen. Dazu müssen Industrie und Gemeinden getrennte Sammelnetzwerke aufbauen und die Bürger mithilfe von Kommunikationsmitteln dazu bewegen, ihr Altglas für das Recycling zu trennen und zu sortieren. Die Mitglieder von «Close the Glass Loop» werden eine virtuelle Konferenz abhalten, um zu erörtern, wie das Sammeln und Recyceln von Glas in der gesamten Wertschöpfungskette verbessert werden kann. Die Ergebnisse dieser Diskussion werden noch am Tag der Konferenz veröffentlicht.

Parallel dazu macht die Industrie rasante Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität: Zum ersten Mal überhaupt hat sich eine große Gruppe europäischer Behälterglashersteller zusammengeschlossen, um die Schmelzwanne der Zukunft zu bauen. Diese erste große Hybrid-Schmelzwanne der Welt, die die CO2-Emissionen um 50 % reduzieren soll, wird anstatt mit konventionellen fossilen Energieträgern zu 80 % mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Schmelzwanne, die noch 2022 in Betrieb gehen soll, kann alle Arten von Glas zusammen mit Recycling-Glas schmelzen und dadurch die CO2-Emissionen drastisch reduzieren.

Michael Delle Selve, Senior Communications Manager des Europäischen Behälterglasverbandes FEVE, zu den Befragungsergebnissen: «Während der nächste Earth Day näherrückt, ist es ermutigend zu sehen, dass nicht nur das Glasrecycling mit einer Sammelquote von 76 % in ganz Europa auf dem Vormarsch ist, sondern dass die Vorteile von Glasverpackungen und Glasrecycling auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern auf große Resonanz stoßen. Unser Ziel ist es, sowohl eine Sammelquote von 90 % bis zum Jahr 2030 zu erreichen als auch den Glaskreislauf vollständig zu schließen – die Menschen sollen nicht einfach nur recyceln, sondern dies verstärkt und besser tun. Letztendlich wird das herauskommen, was wir hineinstecken. Deshalb bitten wir alle eindringlich, unsere Bemühungen zu unterstützen und jede einzelne Glasflasche zu sammeln und dem Recycling zuzuführen. Dieser einfache, leicht umzusetzende Beitrag wird sich positiv auf unseren Planeten auswirken und für künftige Generationen einen enormen Unterschied ausmachen.»

Nähere Informationen zu dieser europaweiten Umfrage sowie deren Ergebnisse im Detail finden Sie auf news.friendsofglass.com. Die Ergebnisse sind auch nach Ländern verfügbar.

Über die InSites-Umfrage:

Die unabhängige Umfrage wurde Ende 2019 vom unabhängigen Marktforschungsunternehmen InSites Consulting unter 25- bis 65-jährigen Verbraucherinnen und Verbrauchern in 13 europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Großbritannien, Schweiz und Türkei. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (mit einer Geschlechterverteilung von 75 % weiblich und 25 % männlich) wurden über ein Online-Forschungspanel rekrutiert. Insgesamt nahmen 10’605 Europäerinnen und Europäer an der Befragung teil.

Untersucht wurden die Meinungen der Verbraucher zu Getränke- und Lebensmittelverpackungen und deren Einfluss auf die Kaufentscheidungen, und zwar in Kategorien wie Umweltbewusstsein, Einstellungen und Verhaltensweisen rund um die Recyclingfähigkeit sowie Wahrnehmung und Präferenzen verschiedener Verpackungsformen. Ziel war es, die Einstellung der Verbraucher gegenüber verschiedenen Verpackungsmaterialien zu untersuchen und daraus relevante Daten für die Behälterglasindustrie zu gewinnen. Die Umfrage baute auf früheren Ergebnissen aus den Jahren 2016 und 2014 auf.

Über «Friends of Glass»:

Seit 2008 verbindet «Friends of Glass» eine Community von 220’000 Menschen innerhalb und außerhalb Europas, denen die Verkleinerung ihres ökologischen Fußabdrucks sehr am Herzen liegt und die sich für Glasverpackungen einsetzen – gegen die Verschmutzung der Umwelt und für einen gesünderen Lebensstil. Unseren Mitgliedern ist bewusst, dass die kleinen Entscheidungen des täglichen Lebens eine große Wirkung haben, und wir arbeiten mit Verbrauchern und dem Einzelhandel zusammen, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Glas das ideale Verpackungsmaterial für Familien und für die Umwelt ist. «Friends of Glass» wurde von FEVE gegründet.

Über FEVE:

FEVE  – der Europäische Behälterglasverband – ist der Verband der europäischen Hersteller von Glasverpackungen für Lebensmittel und Getränke sowie von Flakons für Parfümerie, Kosmetik und Pharmazie. Rund 60 Unternehmen sind darin vertreten, die etwa 20 unabhängigen Konzernen angehören. Unter seinen Mitgliedern, die 80 Milliarden Glasbehälter pro Jahr herstellen, befinden sich große Konzerne, die für die größten Verbrauchermarken der Welt produzieren. Mit 160 Produktionsanlagen in 23 europäischen Ländern ist der Glassektor ein wichtiger Wirtschaftspartner in Europa und sorgt für 125’000 Arbeitsplätze entlang der gesamten Lieferkette.